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Gleichgewicht & Balance

Ingwer und Ginkgo: zwei traditionelle Pflanzen im Überblick

Jonas GütermannApprobierter PharmazeutAktualisiert 15.06.2026

Wer sich mit pflanzlichen Klassikern aus der Apothekenkultur beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei Namen, die seit Generationen besprochen werden: Ingwer und Ginkgo. Beide Pflanzen haben eine lange Geschichte und werden in unterschiedlichen Traditionen genutzt. Dieser Ratgeber stellt sie sachlich vor.

Es geht hier ausdrücklich um Pflanzenkunde und nicht um Heilversprechen. Sie erfahren, woher Ingwer und Ginkgo stammen, in welchen Traditionen sie verwendet werden und was die Forschung neutral an ihnen untersucht hat. Dieser Text ersetzt kein ärztliches Gespräch, gibt Ihnen aber eine fundierte Grundlage für die eigene Einordnung.

Herkunft und Tradition von Ingwer und Ginkgo

Ingwer stammt ursprünglich aus dem tropischen Asien und wird seit Jahrtausenden kultiviert. Genutzt wird vor allem der unterirdische Wurzelstock, das sogenannte Rhizom, der seinen charakteristischen würzig-scharfen Geschmack den enthaltenen Gingerolen verdankt. In der Küche vieler Länder ist Ingwer fester Bestandteil, und auch in überlieferten Pflanzentraditionen Asiens hat er seit Langem einen festen Platz.

Ginkgo biloba ist eine der ältesten Baumarten der Welt und wird oft als lebendes Fossil bezeichnet, weil seine Vorfahren bereits vor vielen Millionen Jahren existierten. Der Baum stammt aus Ostasien und ist heute weltweit in Parks und an Straßen zu finden, da er besonders widerstandsfähig ist. Verwendet werden traditionell die fächerförmigen Blätter, aus denen standardisierte Extrakte gewonnen werden.

Beide Pflanzen werden bis heute in der Apothekenkultur und in verschiedenen Pflanzentraditionen besprochen. Wichtig ist dabei die nüchterne Einordnung: Eine lange Tradition beschreibt, wie und wo eine Pflanze über die Zeit verwendet wurde. Sie ist für sich genommen kein Beleg für eine bestimmte Wirkung im Sinne der modernen Wissenschaft.

Was die Forschung neutral untersucht hat

Ingwer und Ginkgo sind seit Langem Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten. Standardisierter Ginkgo-Extrakt wurde von Hilton und Kollegen (2017) in mehreren kontrollierten Studien hinsichtlich seiner Anwendung untersucht. Ingwer wiederum war Gegenstand der Übersicht von Marx und Kollegen (2015), die seinen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden betrachtet hat.

Diese Arbeiten zeigen, warum beide Pflanzen seit Jahrzehnten im Fokus der Forschung stehen. Sie beziehen sich jedoch ausschließlich auf einzelne Pflanzenextrakte unter Studienbedingungen und erlauben keine Aussage über die Wirkung eines konkreten Endprodukts. Studien an Einzelstoffen lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein zusammengesetztes Nahrungsergänzungsmittel übertragen.

Dieser Unterschied zwischen Einzelstoff und Endprodukt ist wesentlich. Ein fertiges Präparat kombiniert mehrere Bestandteile in eigenen Mengen und Formen, weshalb sich die Ergebnisse einzelner Pflanzenstudien nicht als Wirknachweis für das Produkt heranziehen lassen. Die genannten Untersuchungen dienen der sachlichen Einordnung der Pflanzen, nicht als Beleg für einen gesundheitlichen Nutzen.

Anwendung und sachliche Einordnung

In der Praxis begegnen Ihnen Ingwer und Ginkgo in ganz unterschiedlichen Formen, etwa als Gewürz, als Tee, als Frischpflanze oder als standardisierter Extrakt in Nahrungsergänzungsmitteln. Standardisiert bedeutet, dass der Gehalt bestimmter Inhaltsstoffe auf einen festen Wert eingestellt wird, damit die Zusammensetzung von Charge zu Charge vergleichbar bleibt.

Ein wichtiger Hinweis betrifft Ginkgo: Inhaltsstoffe der Pflanze können mit blutverdünnenden Mitteln in Wechselwirkung treten. Wenn Sie gerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen, vor einer Operation stehen oder regelmäßig Medikamente nutzen, halten Sie vor der Anwendung ginkgohaltiger Produkte bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Diese Abstimmung gehört zu jeder verantwortungsvollen Anwendung.

Ordnen Sie pflanzliche Klassiker realistisch ein. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Arzneimittel und ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch eine ärztliche Behandlung. Es kann einen bewussten Lebensstil begleiten, leistet aber keine Therapie. Bei anhaltenden oder neu auftretenden Beschwerden ist die ärztliche Abklärung der richtige Weg.

Häufige Fragen

Sind Ingwer und Ginkgo Arzneimittel?

Nein. In Nahrungsergänzungsmitteln sind sie als Lebensmittelzutaten enthalten und keine Arzneimittel. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch eine ärztliche Behandlung. Bei Beschwerden sprechen Sie bitte mit Arzt oder Apotheker.

Belegen die genannten Studien eine Wirkung des Produkts?

Nein. Die Arbeiten von Hilton und Kollegen (2017) zu Ginkgo und Marx und Kollegen (2015) zu Ingwer untersuchen einzelne Pflanzenextrakte unter Studienbedingungen. Sie lassen keinen Rückschluss auf die Wirkung eines konkreten Endprodukts zu.

Gibt es bei Ginkgo etwas zu beachten?

Inhaltsstoffe von Ginkgo können mit blutverdünnenden Mitteln in Wechselwirkung treten. Wenn Sie gerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen oder vor einer Operation stehen, halten Sie vor der Anwendung bitte Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

* Nutrasana-Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Nährstoff-bezogene Health-Claims gemäß EU-Verordnung Nr. 1924/2006.