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Ohren & Hörfunktion

Tinnitus verstehen: Was Betroffene wissen sollten

Jonas GütermannApprobierter PharmazeutAktualisiert 15.06.2026

Ein feines Pfeifen, ein Rauschen oder ein leises Klingeln im Ohr, das niemand sonst hört: Solche Ohrgeräusche, in der Fachsprache Tinnitus genannt, kennen viele Menschen. Manchmal tauchen sie nur kurz auf und verschwinden wieder, manchmal begleiten sie den Alltag über längere Zeit. Gerade in der zweiten Lebenshälfte berichten Betroffene häufiger davon.

Dieser Ratgeber erklärt in Ruhe und ohne Dramatik, was Tinnitus eigentlich ist, welche Auslöser allgemein eine Rolle spielen können und wie sich der Alltag mit Ohrgeräuschen gestalten lässt. Er liefert Ihnen Orientierung, ersetzt aber kein ärztliches Gespräch. Bei plötzlichem Hörverlust oder akut auftretenden Ohrgeräuschen ist immer eine zügige ärztliche Abklärung wichtig.

Was Tinnitus eigentlich ist

Von Tinnitus spricht man, wenn Menschen Geräusche wahrnehmen, die keine äußere Schallquelle haben. Das kann ein Pfeifen, Rauschen, Brummen, Zischen oder Klingeln sein, mal hoch, mal tief, mal auf einem Ohr, mal auf beiden. Diese Wahrnehmung ist für die Betroffenen real, auch wenn ein Außenstehender nichts hören kann. Tinnitus ist dabei keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das sehr unterschiedliche Hintergründe haben kann.

Fachleute unterscheiden grob zwischen einem vorübergehenden Tinnitus, der etwa nach einem lauten Konzert kurz auftritt und wieder abklingt, und einem länger bestehenden Tinnitus, der über Wochen oder Monate bleibt. Wie stark Ohrgeräusche als belastend empfunden werden, ist sehr individuell. Manche Menschen nehmen sie nur in stillen Momenten wahr und können sie gut ausblenden, andere fühlen sich stärker beeinträchtigt.

Wichtig zu wissen ist, dass Tinnitus weit verbreitet ist und in den meisten Fällen kein Zeichen einer ernsten Erkrankung darstellt. Dennoch lohnt es sich, neu aufgetretene oder anhaltende Ohrgeräusche ärztlich einordnen zu lassen, um die Ursache zu klären und Sicherheit zu gewinnen.

Welche Auslöser allgemein eine Rolle spielen können

Die Hintergründe von Ohrgeräuschen sind vielfältig, und oft lässt sich keine einzelne Ursache benennen. Ein häufig genannter Faktor ist starke oder dauerhafte Lärmbelastung, etwa durch laute Arbeitsumgebungen oder Musik über Kopfhörer. Auch ein Pfropf aus Ohrenschmalz, der den Gehörgang verschließt, kann vorübergehend Ohrgeräusche verursachen und lässt sich ärztlich leicht beheben.

Mit den Jahren verändert sich zudem das Gehör auf natürliche Weise, was bei manchen Menschen mit Ohrgeräuschen einhergeht. Daneben werden allgemein Faktoren wie Stress, Verspannungen im Bereich von Nacken und Kiefer, bestimmte Erkrankungen sowie Nebenwirkungen einzelner Medikamente im Zusammenhang mit Tinnitus besprochen. Welche dieser Faktoren im Einzelfall zusammenwirken, lässt sich nur ärztlich beurteilen.

Weil die möglichen Auslöser so unterschiedlich sind, gibt es keine pauschale Erklärung, die auf alle Betroffenen zutrifft. Eine ärztliche Untersuchung dient gerade dazu, harmlose von behandlungsbedürftigen Ursachen zu unterscheiden. Versuchen Sie daher nicht, die Ursache allein einzugrenzen, sondern lassen Sie sie fachkundig abklären.

Im Alltag damit umgehen und wann zum HNO-Arzt

Viele Betroffene erleben, dass Ohrgeräusche besonders in der Stille auffallen, etwa abends vor dem Einschlafen. Eine angenehme, leise Geräuschkulisse, etwa ruhige Musik oder Naturgeräusche, kann es manchen Menschen erleichtern, die Aufmerksamkeit vom Ohrgeräusch wegzulenken. Auch Entspannung, regelmäßige Bewegung und ein guter Schlafrhythmus tragen allgemein zum Wohlbefinden bei und werden von Betroffenen oft als hilfreich beschrieben, um gelassener mit der Situation umzugehen.

Ein bewusster Umgang mit Lärm gehört ebenfalls dazu: Sehr laute Umgebungen lassen sich mit Gehörschutz entschärfen, und Pausen vom Kopfhörer entlasten die Ohren. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Versorgung des Körpers. In diesem Zusammenhang sind einige Mikronährstoffe von Bedeutung: Magnesium sowie die Vitamine B1, B6 und B12 tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei, und Vitamin C und Zink tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Diese Aussagen sind von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit geprüft und gelten für die Nährstoffe selbst, nicht für ein bestimmtes Produkt und nicht im Hinblick auf Ohrgeräusche.

Suchen Sie ärztliche Hilfe, und zwar zügig, wenn Ohrgeräusche plötzlich auftreten, von einer raschen Verschlechterung des Hörens, von Schwindel, Druck oder Schmerz im Ohr begleitet werden. Ein plötzlicher Hörverlust oder ein akut auftretender Tinnitus gilt als ärztlicher Notfall und gehört umgehend in die Hände eines HNO-Arztes. Auch wenn Ohrgeräusche über längere Zeit bestehen oder Sie zunehmend belasten, ist eine fachärztliche Abklärung der richtige Weg. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Arzneimittel und ersetzt keine ärztliche Behandlung.

Häufige Fragen

Ist Tinnitus immer ein Zeichen für eine ernste Erkrankung?

Nein. Ohrgeräusche sind weit verbreitet und in den meisten Fällen kein Hinweis auf eine ernste Erkrankung. Dennoch sollten Sie neu aufgetretene oder anhaltende Ohrgeräusche ärztlich abklären lassen, um die Ursache einzuordnen. Plötzlich auftretender Tinnitus oder ein plötzlicher Hörverlust ist ein Notfall und gehört umgehend zum HNO-Arzt.

Was kann ich im Alltag tun, um besser mit Ohrgeräuschen zurechtzukommen?

Viele Menschen empfinden eine leise, angenehme Geräuschkulisse, Entspannung, regelmäßige Bewegung und einen guten Schlafrhythmus als hilfreich, um gelassener mit der Situation umzugehen. Ein bewusster Umgang mit Lärm und Gehörschutz in lauten Umgebungen entlasten die Ohren zusätzlich. Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Abklärung der Ursache.

Können Nährstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel Ohrgeräusche beheben?

Nein. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist kein Arzneimittel und ist nicht dazu bestimmt, Ohrgeräusche zu lindern oder zu beseitigen. Bestimmte Mikronährstoffe wie Magnesium und die Vitamine B1, B6 und B12 tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei, Vitamin C und Zink zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress. Diese Aussagen gelten für die Nährstoffe selbst und stehen in keinem Zusammenhang mit Tinnitus. Bei Ohrgeräuschen ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

* Nutrasana-Produkte sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Nährstoff-bezogene Health-Claims gemäß EU-Verordnung Nr. 1924/2006.